The Why Guys goes virtual

– Kategorie: Neue Arbeit – Lesedauer: 5.9 Minuten
Unsere beiden Guys Peter und Cedric haben sich einmal aus Nutzer-, einmal aus Moderatorensicht mit dem digitalen Wandel im Sprint bei The Why Guys auseinandergesetzt. Workshops und Impulse gibt es bei uns jetzt auch virtuell – das hat neben Herausforderungen auch viel Kreativität mit sich gebracht. Warum man nur weiterkommt, wenn man offen bleibt, erklären die beiden.

Das sagt Peter aus Nutzersicht:

Was gefällt dir an virtuellen Workshops besser/schlechter als an physischen?
Virtuelle Workshops sind zeitlich besser zu terminieren, da es egal ist, wo ich gerade bin. Von Nachteil ist, dass man zu wenig Blickfeld hat. Man erfasst optisch nicht so viele Dinge, wie sonst.

Wie hast du den Umgang mit den digitalen Tools als Nutzer empfunden?
Eigentlich kommt man da ganz gut rein, allerdings ging es bei mir nicht ohne Support.

Wie können virtuelle Workshops bei dir als Nutzendem punkten?
Da gibt es für mich eigentlich nur den Vorteil, Termine kurzfristiger anzusetzen, bessere Auswertungs - und Dokumentationsmöglichkeiten mit digitalen Whiteboards.

Welche Fallstricke gilt es für Unternehmen, die ihr Angebot auf digital umstellen, zu umgehen?
Keine Firma sollte davon ausgehen, dass man alle Methoden in virtuellen Workshops genauso gut gestalten kann, wie in physischen. Das Vielfältige in der Kommunikation bleibt gegebenfalls auf der Strecke.

Was müssen besonders auch Nutzende beachten?
Die Ernsthaftigkeit der Workshops darf bei der virtuellen Durchführung nicht vernachlässigt werden.

Welche Chancen siehst du als Nutzer in der Umstellung physischer auf virtuelle Impulse?
Bei den Impulsen sehe ich sowohl Chancen, als auch Nachteile. Die Chancen sind, dass man für 2-3 Stunden niemanden von A nach B transportieren muss. Das heißt wir könnten unsere Impulse überregional anbieten. Den Nachteil in der Variante sehe ich, dass es gerade spannend sein kann, für einen kurzen Impuls wildfremde Menschen für einen Miniworkshop physisch zusammen zu bringen.

Was ist eine wichtige Erkenntnis aus den vergangenen Wochen?
...dass man nur weiter kommt, wenn man offen ist für Veränderungen und Neues.
Das sagen wir in unseren Workshops ja auch. Nun leben wir es.

Das sagt Cedric aus Moderatorensicht:

Was war eine große Umstellung bei der Leitung eines virtuellen Workshops?
Einmal ist natürlich die Kommunikation eine ganz andere. Vielen wird es schon aufgefallen sein, dass in einer Videokonferenz die nonverbale Kommunikation – also die kleine Geste oder der direkte Blickkontakt – fehlt. Das sorgt schon mal für Missverständnisse und einer größeren Distanz zwischen den Menschen. Wir haben aber gelernt, damit umzugehen. So ist es z.B. viel wichtiger, als Leiter des Workshops die Gespräche zu führen, TeilnehmerInnen direkt anzusprechen oder nebenbei die Inhalte zu dokumentieren.
Außerdem habe ich schnell gelernt, dass man bei virtuellen Workshops ein bisschen mehr Zeit für den „Check-In“ sowie die Durchführung der einzelnen Methoden einplanen muss. Ein überraschendes Gefühl war auch, als ich das erste Mal eine Pause im virtuellen Workshop ausgerufen habe, plötzlich auf den Monitor geschaut habe und niemanden mehr gesehen habe. Das war schon fast ein Gefühl der Einsamkeit gepaart mit der Sorge, dass niemand mehr wiederkommt. Man kann ja niemandem „hinterherrufen“, sollte jemand verschwinden (lacht). Dafür haben wir übrigens auch ein paar nette Überraschungen, in einer sogenannten „Pausenecke“ entwickelt.

Was gefällt dir besser/schlechter als bei physischen Workshops?
Tatsächlich haben wir schon jetzt durch die Umstellung auf virtuelle Workshops einiges dazu gelernt, was das Thema Dokumentation von Ergebnissen angeht. Da wir ja in einem virtuellen Workshopraum mit digitalen Whiteboards arbeiten, werden alle Ergebnisse direkt digital gespeichert. Das ist schon ein großer Vorteil und ich denke schon jetzt darüber nach, wie wir das in die realen Workshops implementieren können.
Natürlich fehlt bei einem virtuellen Workshop der persönliche Kontakt, was eben den zwischenmenschlichen Austausch erschwert. So kommt der Anteil der Teamentwicklung, der in einem realen Workshop natürlich sehr groß ist, ein bisschen kürzer. Als Vorteil des virtuellen Workshops sehe ich auch noch, dass die einzelnen Teilnehmer viel besser und gezielter in konzentriertes Arbeiten gehen, weil sie sich nicht so leicht hinter dem Team verstecken können. So gelingt es noch besser, alle Teilnehmenden einzubeziehen.

Was ist als Moderator oder Moderatorin wichtig zu beachten?
Ich habe es ja oben schon ein bisschen angedeutet: Man muss als Moderator die Gespräche noch aktiver moderieren, die Gespräche steuern und sensibel auf die einzelnen Wortmeldungen eingehen. Wichtig ist natürlich auch, dass man gar nicht erst zu viele Gruppendiskussionen aufkommen lässt, sondern durch Einteilung in einzelne Kleingruppen oder Dialoge die Themen fokussiert. Mit den richtigen Tools klappt das richtig gut. Zudem ist die Vorbereitung extrem wichtig. Natürlich ist sie das im realen Workshop auch, im virtuellen aber auf eine ganz andere Weise. Alle Tools müssen gut funktionieren, bei mir als Moderator muss die Technik erst Recht einwandfrei und in top Qualität laufen. Wir haben dafür extra in Technik (Kamera, Fernsehmonitor, mobiles Ansteckmikrofon, Licht usw.) investiert.

Welche wichtigen Funktionen müssen virtuelle Workshops für ein positives Gelingen erfüllen?
Ich denke die Funktion des Workshops ist eine ähnliche wie auch im Realen, nur die Mittel sind ein bisschen anders. Der Workshop bringt die Teilnehmenden dazu, ihr kreatives und gedankliches Potential abzurufen und diese Ergebnisse strukturiert zusammenzubringen. Durch die Methoden im Workshop werden alle Teilnehmenden z.B. dazu angeregt, zu einer bestimmten Fragestellung neue Lösungen zu finden. Die Funktion des Workshops ist es, aus vielen unterschiedlichen Ideen, Erfahrungen und Wissen neue Ideen und Gedanken zu erzeugen und diese in die richtige Richtung zu lenken.

Wie wird die Corona-Krise unseren künftigen Umgang mit unseren Methoden verändern?
Ich bin mir sicher, dass wir auch bald wieder reale Workshops durchführen können. Dabei können wir sicherlich einiges, was im virtuellen gut funktioniert hat, übernehmen. Zum Beispiel kann jede Methode auch digital unterstützt werden. Ich kann mir auch vorstellen, dass in einer Zeit nach Corona manche Teile eines Kundenauftrages – der ja meist aus mehreren Workshoptagen sowie Vor- und Nachbesprechung besteht – auch virtuell stattfinden können. Häufig ist es ja schon eine große Herausforderung, alle beteiligten Menschen zu einem gemeinsamen Termin an einem Ort zusammenzubekommen. Das geht virtuell natürlich besser.

Wie sieht für dich die digitale Zukunft der Why Guys aus?
Wir waren selbstverständlich auch vor Corona digital schon sehr gut unterwegs ;) Videokonferenzen oder digitale Whiteboards waren uns ja nicht neu, wir haben nur die realen Szenarien immer vorgezogen. Ich denke, dass das auch in Zukunft so sein wird, da das Zwischenmenschliche und der persönliche Kontakt wesentliches Merkmale sind, die unsere Arbeit so besonders machen. Wenn wir bald deutschlandweit und später international expandieren, nutzen wir bestimmt auch verstärkt virtuelle Methoden (schmunzelt).

Was ist eine wichtige Erkenntnis aus den vergangenen Wochen?
Mir sind die ersten Tage, in der die Corona-Krise unser Leben so richtig verändert hat, noch gut in Erinnerung. Beeindruckt hat mich, dass alle Impulse aus unserem Team in eine positive und optimistische Richtung gingen: wir haben zuerst geschaut, wie wir uns in sozialen Projekten engagieren können und wie wir den Menschen, die Hilfe brauchen, schnell helfen können. Das haben wir auch direkt mit ein paar Projekten (zum Beispiel Einkaufshilfe) realisiert. Erst danach ging der Gedanke an unsere eigene Existenz, der ja ziemlich abrupt nahezu der komplette Boden (90% unserer Umsätze sind auf reale Workshops mit 10-50 Personen zurückzuführen) weggebrochen ist. Hierbei haben wir aber nicht unsere Arbeitszeit zuerst mit der Suche nach möglichst vielen Fördermöglichkeiten oder zinsfreien Krediten verbracht. Vielmehr hat das ganze Team sehr schnell lösungsorientiert gedacht und zahlreiche Maßnahmen und Projekte entwickelt, wie wir trotz der herausfordernden Situation unsere Firma am Laufen halten können. Dabei sind wir aktuell auf einem sehr guten Weg, was mich persönlich sehr stolz macht.

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Cedric Lachmann
Gründer & Coach

Cedric ist einer der drei Gründer der The Why Guys GmbH. Nach seinem Masterstudium an der TU Braunschweig (Technologie-orientiertes Management) entwickelte und leitet er erfolgreich das Campusgestaltungsprojekt "Sandkasten" an der TU Braunschweig. Bei den Why Guys ist Cedric Coach für Design Thinking und kümmert sich um das Backoffice. Dabei versucht er stets, alle neuen Methoden und Denkweisen selbst anzuwenden und so bei den Why Guys ein New-Work-Arbeitsumfeld zu schaffen.

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Peter Streilinger
Geschäftsführer und Coach

Als erfolgreicher Geschäftsführer im Vertriebsmarketing verwendet Peter schon seit 25 Jahren nutzerzentrierte Methoden. Bei den Why Guys lernte er, dass sich sein intuitives Handeln auch mit hippen Anglizismen beschreiben lässt. Seine Energie und seinen reichen Erfahrungsfundus teilt er nun, um Projekte und Teams zum Laufen zu bringen.

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