Creative Spaces - Freiraum für Ideen

– Kategorie: Design Thinking Neue Arbeit – Lesedauer: 2.3 Minuten
Ein fensterloser, grauer Raum mit altbackenem, ausgetretenem Teppich und abgeriegelten Arbeitsplätzen – keine tolle Umgebung, oder? Creative Spaces kommen ganz anders daher, als das Altbekannte und rütteln sanft oder ganz laut mit ihren Besonderheiten wach. Ihre Kernelemente beschreibt Simon im Beitrag.

Raum und Kreativität

Der Raum um uns herum hat einen großen Einfluss darauf, wie effektiv und kreativ wir arbeiten. Raumgestaltung und Möblierung kann uns dazu motivieren, gemeinsam im Team zu diskutieren und Ideen zu erarbeiten oder uns einen geschützten Platz bieten, an dem wir uns gut konzentrieren können. Bei klassischen Lern- und Arbeitsräumen wird grundsätzlich unterschieden zwischen Bereichen wie Team-, Einzel-, Präsentations-, Transit- oder Werkzonen. Die Idee der Creative Spaces dagegen ist es, diese verschiedenen Funktionen in fließenden Übergängen zusammenzuführen und Spielraum für kombinierte oder freie Anwendungen offen zu lassen. Auf diese Art und Weise wird ein ganzheitliches Lernen und Arbeiten ermöglicht, bei dem weder räumlich noch unterbewusst Grenzen gesetzt werden.

Der physische Raum soll optimale Bedingungen für eine Arbeitsatmosphäre schaffen, in der die Nutzenden motiviert und deren Kreativität gefördert werden. Er soll die Gelegenheit bieten, in einer neuen Umgebung bisher nicht angewandte Arbeitsmethoden einzusetzen, mit diesen zu experimentieren und eingeschliffene Routinen zu überwinden. Es werden andere Perspektiven eingenommen, welche die Grundlage für neue Impulse darstellen.

Creative Spaces für und in Organisationen

Meist werden Creative Spaces temporär als externe Arbeitsplätze genutzt. Sie eignen sich vor allem für Gruppenworkshops und Seminare, in denen Ideen gesammelt und Konzepte erarbeitet werden. Ein besonderer Fokus liegt hier vor allem im Bereich der Kommunikation, die gruppenintern sowie zu anderen Nutzerinnen und Nutzern gefördert werden soll. Solche Räume müssen speziellen Anforderungen gerecht werden.

Ein anderes Szenario sind Creative Spaces, die dauerhaft, beispielsweise in einem Unternehmen, installiert und hier stärker in den Arbeitsalltag integriert sind. Dazu können die Räume speziell auf die Bedürfnisse und Anforderungen der Firma reagieren und entsprechend gestaltet werden.

Partizipation

Wenn man sich auf schönen Websites oder in Zeitschriften Creative Spaces ansieht, könnte man oft meinen, man wäre in einem Vitra Showroom gelandet, in dem alles aus einem Guss und bis ins letzte Detail durchgeplant ist. Auf den ersten Blick sehnt sich jeder nach diesen harmonischen Bildern doch man sollte sich auch fragen, ob diese Räume tatsächlich funktionieren. Ist dort überhaupt noch Spiel für Veränderung vorhanden, wenn sie nicht direkt aus der Hand des Schöpfers kommt? Zerstört nicht jedes persönliche Foto, die gelbe Lieblingstasse oder der hässliche Teamkalender an der Wand das gesamte Konzept?

Genau hier setzt das Prinzip der Partizipation an. Wer mitbestimmt und die Möglichkeit hat, seine Umgebung mit zu gestalten und wieder zu verändern, baut eine emotionale Bindung zu dieser auf. Anstatt den Raum nur einfach zu nutzen, sollte man sich den Raum selbst aneignen können und aktiver Teil des Raumes werden. Damit entstehen beste Voraussetzungen für einen gemeinsamen Raum, in denen Menschen eventuelle Hemmschwellen überwinden und hierarchieübergreifend auf Augenhöhe zusammenarbeiten. Hier kann Kreativität entstehen!


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Simon Fischer
Raumdesigner

Simon Fischer hat an der TU Braunschweig Architektur mit Schwerpunkt auf nachhaltgem Bau studiert. Seine Leidenschaft für Raumgestaltung und Möbeldesign kann er bei den Why Guys und im Denkraum ausleben. Für ihn eignet sich dieser Ort als offenes Labor für eine kreative Umgebung, um von hier Konzepte für die neue Arbeitswelt zu entwickeln.

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