Archarios II: Sokrates oder Platon – Welcher Philosoph hilft in der VUKA Welt?

– Kategorie: Design Thinking – Lesedauer: 1.7 Minuten
Sokrates und Platon - zwei große Denker. Paul beschäftigt sich in seinem neuen Blogbeitrag mit den Unterschieden zwischen diesen beiden. Welche Sichtweise auf die Welt ist zielführender?

In meinem ersten Blogbeitrag habe ich einen Artikel von Wastell (2014) rezensiert. In dem Paper vermittelt Sokrates einem Schüler, wie eine Designperspektive die Managementausbildung bereichern kann. Dabei streift Wastell auch den Unterschied zwischen Sokrates Denken und den Schriften seines Schülers Platons. Auf diese Unterschiede zwischen den beiden großen Denkern möchte ich jetzt genauer eingehen. Um es vorwegzunehmen: Ich denke, Sokrates‘ fragendes und leitendes Vorgehen ist besser geeignet, in einer volatilen, unsicheren, komplexen und ambiguenten (VUKA) Welt zu gewünschten Ergebnissen zu kommen.

Die Unterschiede zwischen diesen beiden Philosophen sind in der folgenden Tabelle dargestellt:

Nehmen wir ein Beispiel aus Wastells Artikel, um die Unterschiede anhand der Dimension „Idealform“ greifbarer zu machen. Durch Sokrates‘ Fragen gelangt der Schüler zu der Erkenntnis, dass Organigramme und Prozesscharts eher dazu geeignet sind, ein Gefühl von Kontrolle zu vermitteln als die Realität widerzuspiegeln. Sie stellen „ideale“ Lösungen dar, wie eine Organisation funktionieren sollte. Somit sind sie „plantonische“ Instrumente und als solche in einem sokratischen Verständnis ungeeignet, die Realität abzubilden, in der „Workarounds“ zur alltäglichen Arbeit gehören.

Natürlich kann Platons Rolle für die Entstehung der abendländischen Philosophie eigentlich nicht überschätzt werden. Wer hierzu mehr erfahren möchte, dem seien die Podcasts von Peter Adamson empfohlen. Mit Blick auf die heutige Welt, in der Informationen immer schneller entstehen und es für den Einzelnen immer schwerer wird, hierbei Schritt zu halten, erscheint jedoch Sokrates‘ demütige Haltung und das kontinuierliche Hinterfragen von Gewissheiten zielführender zu sein. Falls du auch daran interessiert bist, wie sich eine entsprechende Haltung und Fragetechniken erlernen lassen, hast du in unserem Deep Dive zur Motivierenden Gesprächsführung hierzu die Gelegenheit.

Noch ein Videotipp von mir:
Ein interessantes Streitgespräch zwischen Nietzsche und Platon findet sich hier

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Paul Endrejat
Gründer, Coach & Organisationsentwickler

Paul hat in Potsdam und Utrecht Psychologie studiert und an der TU Braunschweig zum Thema Veränderungsmotivation promoviert. Seine Forschungsinteressen sind die Motivierende Gesprächsführung, Design Thinking, Job Crafting und die Steigerung des umweltbewussten Verhaltens. Bzgl. der Organisationsentwicklung interessiert ihn besonders, wie sich eine Innovationskultur etablieren lässt und was wir von "Klassikern" wie Kurt Lewin lernen können

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